Evaluation der PEP-Voten

Pfarreientwicklungsprozess (PEP) als lokale Kirchenentwicklung – Evaluation der Pfarrei-Voten im Bistum Essen

06.05.2019

Das  Zentrum für angewandte Pastoral­forschung (zap) an der Ruhr-Universität Bochum hat eine Evaluation der Voten im Pfarreientwicklungsprozess (PEP) vorgenommen. Auftraggeber ist das Bi­schöf­liche Generalvikariat (Stabs­bereich Strategie und Entwicklung) des Bistums Esssen.

Download der Studie (181 Seiten).

Studie-Logo

Vorstellung

Die Studie wird am 24.06.2019 öffentlich vorgestellt. Man kann sich bei arbeitsstelle.pfarreientwicklung@bistum-essen.de dazu anmelden.

Zeit: 24. Juni 2019, 19:00 – 21:30 Uhr.
Ort: Diözesancaritasverband (DiCV), Am Porscheplatz 1 in 45127 Essen.

Das Team

Ein Arbeitskreis von acht Mitarbeitern des Bistums und zweien des zap hat die Studie erstellt, als deren Autor Björn Szymanowski verantwortlich zeichnet.

Wir stellen sie hier kurz mit ihren Aufgaben vor.

Dr. Michael Dörnemann, Leiter Dezernat Pastoral,
Markus Etscheid-Stams, Persönlicher Referent des Generalvikars und Leiter des Stabsbereiches Strategie und Entwicklung,
Dr. Benedikt Jürgens, Leiter Kompetenzzentrum Führung, zap,
Gerd Krewer, Leiter des Kardinal-Hengsbach-Hauses,
Michael Meurer, Leiter der Abteilung Gemeinschaft und Diakonie im Dezernat Pastoral,
Markus Potthoff, Leiter der Hauptabteilung Pastoral und Bildung,
Rudolf Preiss-Kirtz, Referent für Pfarreibegleitung und Leiter für Pfarreiprozesse,
Dr. Andrea Qualbrink, Referentin für Strategie und Entwicklung, insbesondere Führungsfragen in der Kirche für Frauen,
Dr. Franziskus Siepmann, Leiter Arbeitsstelle Pfarreientwicklung,
Björn Szymanowski Mag. Theol., BA, Wiss. Mitarbeiter, zap, Führungsforensiker.

Weblinks

Die Studie listet im Anhang alle Dokumente, die ihr zugrunde liegen. Wir geben hier die Fundstellen, wo man sie im Internet erreichen kann, und weitere Quellen.

  1. In der Studie werden die Voten natürlich ständig zitiert. Auf dieser Seite finden Sie alle Links, von denen man sie im Wortlaut downloaden kann. Alternativ auch hier.
  2. Sie wollen sich zwischendurch vielleicht auch gerne auf einer Bistumskarte orientieren, wo die Pfarreien liegen.
  3. Die Studie zitiert auch häufig die Jahresstatistik 2017 des Bistums.
  4. PFARREIPROZESSE Schrittfolge zur Umsetzung der Voten (11/2018)
  5. PFARREIPROZESSE Leitfaden und Arbeitshilfe (10/2016)
  6. PFARREIPROZESSE Vom pastoralen Konzept zum Votum (01/2016)
  7. Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Pfarreinentwicklungsprozess (04/2016)
  8. Mayring, Philipp A. E.: Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken, Weinheim 2010
  9. Philipp Mayring: Qualitative Inhaltsanalyse – ein Beispiel für Mixed Methods
  10. Wikipedia: Qualitative Inhaltsanalyse.
  11. Mayring, Philipp A. E.: Einführung in die qualitative Sozialforschung.

Wegweiser durch die Studie

Die umfangreiche, 181 Seiten lange, Studie ist in den Zukunftsprozess „Du bewegst Kirche“ des Bistums Essen eingebettet. Sie besitzt ein  Vorwort von Generalvikar Klaus Pfeffer, in dem dieser den Inhalt der 42 Voten unserer Pfarreien einen „Schatz“ nennt, den es nun zu nutzen gelte. Pfeffer bereitet den Leser darauf vor, dass die Pfarreien teils sehr ähnliche, teils aber auch sehr unterschiedliche Vorstellungen zum Leben in einer zukunftsfähigen Kirche entwickelt haben. Sie enthielten die „Kirchenträume“, laut Pfeffer, von „unzähligen“ Menschen, die nun genauer in Augenschein genommen werden.

Leider muss Pfeffer eingestehen, spielt die wirtschaftliche Dimension der Pfarrei­entwicklungs­prozesse nur im Hintergrund eine Rolle. Der Leser bekommt also keinen Aufschluss darüber, wieviele A-, B- und C-Gebäude, insbesondere Kirchen, in den Voten ausgewiesen werden.

Pfeffer erwartet, dass es auch über unser Bistum hinaus ein großes Interesse an unseren Erfahrungen gibt. Viele Diözesen sind auf vergleichbaren Wegen. Für diese praktischen Entwicklungen anderenorts und zur Bereicherung einer pastoral­theolo­gischen Diskussion insgesamt sind die Ergebnisse und Reflexionen der Studie nach Meinung Pfeffers wertvoll. Pfeffer erwartet für die praktischen Umsetzungs- und Entwicklungsschritte der nächsten Jahre hilfreiche Orientierungen.

Spätestens nach dem Vorwort sollte man sich seine eigenen Erwartungen an die Studie kurz bewusst machen.

Ansonsten ist die Lektüre der Studie natürlich sehr anstrengend.

Nach dem Vorwort liest man am besten erst die Zusammenfassung ab Seite 161. Sie ist sehr gut verständlich.

Eigentlich liegen hier drei Studien vor uns. Man findet sie in den folgenden Kapiteln, die man durchaus in abweichender Reihenfolge lesen kann.

2 WISSENSCHAFTLICHE EVALUATION DER PEP-VOTEN
3 GEMEINDEZENTRIERUNG UND PFARREIORIENTIERUNG – PFARREI­VERSTÄNDNISSE IN DEN VOTEN
4 DIE ROLLE DES DIÖZESANEN ZUKUNFTSBILDS IN DEN PEP-VOTEN

Das riesige Kapitel 2 ist der Hauptteil, wo richtig viel Fleißarbeit zu leisten ist und auch von den Autoren geleistet wurde. Man kann diese drei Kapitel auch in beliebiger Reihenfolge lesen oder hin und her springen, wenn es zu „trocken“ wird.

Die methodischen Grundlagen in Kapitel 1 sind eher etwas für die Insider und schrecken eher ab. Man kann sie überspringen oder ganz am Ende lesen.

Wichtig ist allerdings, dass man sich vor Augen hält, dass es nicht Ziel der Studie ist, „ein aus der Theorie entworfenes Idealbild von Kirche mit den Pfarreivoten abzugleichen, sondern die Voten in ihrem ekklesiogenetischen Potential ernst zu nehmen.“ Das heißt in einfachen Worten: die Voten sollen für sich selbst sprechen. Außerdem muss man sich stets bewusst sein, dass die Pfarreimitglieder, die an den Voten mitgearbeitet haben, sich zwar auf eine gemeinsame Perspektive geeinigt haben, aber nicht unbedingt wirklich dasselbe  Kirchenverständnis vertreten. Alle Voten sind also Kompromiss­papiere.

Interessant ist noch die Feststellung, dass die Länge aller 42 Voten insgesamt ohne Anhänge bei ungefähr 1.500 Seiten liegt. Im Mittel sind es 35 Seiten. Das längste Votum ist gut doppelt so lang, das kürzeste knapp halb so lang.

Sie folgen einem gemeinsamen vierteiligen Aufbau: Situations­beschreibung, Schilderung der Prozess­architektur, Entfaltung des pastoralen Konzepts und die daran anschließende Darlegung des Wirtschafts­konzepts. Die beiden letzten Perspektiven (pastorales und wirtschaftliches Konzept) bilden mit je einem Anteil von rund einem Viertel an der Gesamtseitenzahl aller Voten die Hauptteile mit je etwa 9 Seiten. Diese Studie legt die Betrachtung auf den dritten Teil: Pastorales Konzept.

SCHLUSS

Der Studie sind recht viele Leser in unseren Pfarreien zu wünschen. Wenn Sie einen Kommentar abgeben wollen, so haben Sie auf dieser Seite (oder in Form eines eigenen Beitrages) gerne Gelegenheit dazu.

Hier finden Sie kritische Betrachtungen zur Studie.

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