Jetzt grübeln wir wieder!

Die Presse hat soeben wieder mit dankenswerter Ausführlichkeit über die Zahlen 2018 der deutschen Bistümer berichtet. Und viele Stimmen dazu eingeholt. Danke!

Enttäuschung – Kein Rat – Keine Hoffnung?

Ja, jetzt grübeln wir wieder.

Obwohl unsere-kirche-2030 eigentlich keine „großen“ kirchlichen Themen in den Mittelpunkt stellen will, sondern sich auf sein eigentlich „kleines“ Thema beschränken will, muss für dieses Thema einfach eine Ausnahme gemacht werden. Schließlich werden wir im privaten Kreis immer wieder nach unserer eigenen Meinung gefragt. Nach mehreren Runden schält sich langsam eines heraus.

Der Grund ist doch eigentlich klar!

Die Menschen laufen nicht dem Papst davon oder dem „Glauben“ und auch nicht ihrem örtlichen Pfarrer, sondern der deutschen Bischofskirche.

Die Bischöfe stehen nicht auf unserer Seite und sprechen nicht unsere Sprache.

Das Problem hat die ev. Kirche genauso und tut ebenso wenig dagegen; daher trifft es beide.

Fragen wir uns doch einmal, welche Beobachtungen stimmen oder nicht!

Unsere Bischöfe sind von Apparaten, Behörden und „Würdenträgern“ umgeben, welche sie von uns abschirmen.
Sie geben in ihren Amtsblättern unendlich viele Regelungen heraus, die sie „Gesetze“ nennen.
Gegen diese sind keinerlei demokratische oder verwaltungsrechtliche Mittel anwendbar.
Sie reden von finanzieller Transparenz und Offenheit und publizieren Jahresberichte, die wie die Großkonzerne mehr verdichten und verschleiern als klären.
Sie reden den Pfarreien in alles Mögliche hinein, behaupten aber, die Pfarreien nicht zur Offenlegung von deren Vermögen anhalten zu können.
Sie werfen uns mit langen Hirtenworten zu, die man in einer einzigen Predigt nicht einmal vortragen kann.
In den Hirtenworten türmen sie theologische Argumente und Sprüche aufeinander, anstatt einmal einfach und klar nur den gesunden Menschenverstand sprechen zu lassen.
Sie begründen uns, warum man in einer Wort-Gottes-Feier nicht ganz ohne Umstand die Kommunion austeilen kann, sondern statt dessen Konsekrationen und Transporte organisieren muss.
In Ihren Konferenzen ist es noch schlimmer: sie erfinden Wendungen um allen Engagierten scheinbar entgegen zu kommen, aber gleichzeitig in Rom nirgendwo anzuecken.
Anstatt die Gläubigen zu stärken, die noch Gemeinschaft sein wollen, lassen sie Sparpläne zu, welche eine hohe Anzahl von Kirchen aufgeben wollen.
Anstatt von Mut und Hoffnung zu sprechen, halten sie uns in strafendem Ton vor, dass wir ja nicht mehr „Volkskirche“ sind.

Was könnte uns fehlen?

Vielleicht ein „Turnschuhbischof“.

Er sollte jeden Samstag in T-Shirt (mit schönem Logo) und Turnschuhen unsere Einkaufsstraßen entlang gehen und mit den Leuten reden.
Mal gezielt mit der Jugend, mal mit jungen Familien, mal mit Senioren.
Sich neben Fußballstadien stellen und über Frieden und Toleranz reden.
Neben Firmen stellen und über Teilzeitjobs und prekäre Arbeitsverhältnisse sprechen.
In Altenheime gehen und über die Überlastung der Mitarbeiter reden.
Neben Wohnblocks und über die Höhe der Mieten und die Knappheit der Angebote.
In die Schulen und Kindergärten gehen.
Die Sternsinger nicht nur empfangen und aussenden, sondern eine oder zwei Straßen mit ihnen laufen.
Einmal im Zeltlager mit den Pfadfindern übernachten.
Oder so…

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