Happy Birthday (60) Bistum Essen

Das Bistum Essen, gegründet 1958, feiert im Jahre 2018 seinen 60. Geburtstag.

Happy Birthday!

Du warst lange das jüngste der 27 deutschen Bistümer. Die nächst älteren Geschwister sind Berlin (1930), Aachen (1929) und Dresden-Meißen (1921). Allerdings wurden nach der deutschen Wiedervereinigung Erfurt, Görlitz, Magdeburg und auch das Erzbistum Hamburg 1994 errichtet, sind also noch jünger, und Berlin wurde in dem Jahr Erzbistum.

Auf jeden Fall bist du mit 1.878 km2 das kleinste Bistum nach Fläche. Aachen (3.937 km2) und Passau (5.442 km 2) und Speyer (5.893 km 2) folgen dir auf dem Fuße, sind aber schon doppelt und dreifach so groß.

Mit 2.5 Mio. Einwohnern und 782.000 Mitgliedern musst du dich jedoch durchaus nicht verstecken. Nach Einwohnern auf dem zwölften Rang liegend sind nur Rottenburg-Stuttgart, Berlin, Hamburg, Köln, Hildesheim, Paderborn, Freiburg, Münster, Dresden-Meißen, München und Freising und Mainz vor dir. Dagegen sind Magdeburg, Limburg, Trier, Augsburg, Osnabrück, Erfurt, Bamberg, Aachen, Regensburg, Fulda, Speyer, Würzburg, Eichstätt, Görlitz und Passau alle hinter dir.

Nach Mitgliedern liegst du sogar auf dem elften Rang und nur Köln, Münster, Freiburg, Rottenburg-Stuttgart, München und Freising, Paderborn, Trier, Augsburg, Regensburg und Aachen liegen vor dir.

Dein Anteil an Mitgliedern ist mit 31% nur auf dem sechzehnten Rang, allerdings liegen Mainz, Limburg und Fulda auch noch hinter dir.

Zahlenvergleich

Das Bistum Essen hatte 2016 782.000 Mitglieder. Das sind 31% der Bevölkerung. Man sollte diese Zahl in Relation zu anderen Mitglieder­zahlen sehen.

Wissen Sie noch, wieviele SPD Mitglieder Anfang 2018 über die Große Koalition abstimmen durften? 463.000 Mitglieder. Im Bistum Essen? In NRW? Nein, in ganz Deutschland. Nochmal: SPD 463.000 – Bistum 782.000.

Noch ein Vergleich: Fußball, der beliebteste Sport im Bistum, in NRW und in Deutschland. Sie ahnen es schon: Alle Mitglieder des gesamten Amateur­fußballs in ganz NRW bringen es gerade mal mit Mühe auf das Niveau des Bistums Essen. Alle anderen Sportarten liegen in WEITEM Abstand dahinter. Mir ist KEINE Organisation bekannt, die auf dem Gebiet des Bistums Essen der Kath. Kirche das Wasser reichen könnte. Wenn Sie eine kennen, lassen Sie es mich wissen.

66.000 oder 8.5% der Gläubigen gehen zum Gottes­dienst und ergeben im Durchschnitt 123 Besucher pro Gottesdienst. Doppelt so viele, nämlich 130.000 sind jedoch Mitglieder kirchlicher Vereine und Verbände, und sind für mich pastoral fast mit Gottes­dienstbesuchern gleichzusetzen, einfach weil sie dieselbe kirchliche Sendung verkörpern.

Aber bleiben wir bei den 66.000. Das sind mehr als alle Besucher des Amateur­fußballs an einem Spieltag zusammen in ganz NRW, nicht nur auf dem Gebiet des Bistums. Mir ist kein „Event“ bekannt, welches auf dem Gebiet des Bistums Essen dem Kath. Gottesdienst das Wasser reichen könnte. Wenn Sie eines kennen, lassen Sie es mich wissen.

Es gab 5.366 Taufen, dazu 348 Eintritte, also circa 5.700 Neuzu­gänge, gegenüber 4.300 Austritten, macht 1.400 Nettozugänge. Leider hatten wir auch 9.035 Verstorbene, so dass wir am Ende schon 7.635 Menschen verloren haben. Ok, daran müssen wir arbeiten. Aber selbst wenn wir keine Austritte gehabt hätten, hätten wir 3.335 Menschen verloren. Man könnte es auch positiv sehen und sagen: das Bistum verjüngt sich.

Leider tun die 4.300 Austritte im Geld­beutel richtig „weh“, denn mit ihnen geht pro Kopf rund 500€ Kirchensteuer verloren, insgesamt also gut 2 Mio €. Damit könnte man alle unsere 42 Pfarrkirchen finanzieren, nicht nur den laufenden Betrieb, sondern „voll“, also mit Bau­vorsorge. Bislang konnten diese Abgänge durch steigende Steuereinnahmen aufgefangen werden, aber es wäre schön, wenn das nicht mehr nötig wäre.

Erfolgsmodell

Das sind einige Zahlen. Was sagen Sie denn dazu?

Die kath. Kirche im Bistum Essen ist immer noch ein Erfolgsmodell. Es gibt Auf und Ab bei den einzelnen Zahlen, aber das ist bei einer so großen Organisation vollkommen normal. Leider gab es in den letzten Jahren mehr „Ab“ als „Auf“, aber das sollte uns als Ansporn dienen. So kurz vor dem „Aus“, wie manche Vergleiche in der Presse mit den „goldenen“ 50er und 60er Jahren andeuten, sind wir noch lange nicht.

Nach 60 Jahren kann sich das Bistum Essen durchaus in unserer Gesellschaft „sehen lassen“.

Happy Birthday, Bistum Essen!

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