Kirchturmdenken

Negativ oder positiv?

Von Heribert Husmann.

Seit Jahrtausenden sind Tempel, Pagoden, Kathedralen und Kirchen das Zentrum von Gläubigen verschiedener Religionen. Auch in Europa sind wunderbare Dome, Synagogen, Moscheen und andere Gotteshäuser gebaut worden.

Kirchen sind Mittelpunkte

Im Zentrum fast jeder Ansiedlung stand im christlichen Abendland eine Kirche, in großen Städten ein Dom. Als die Städte wuchsen und sich Vororte im mehr ländlichen Raum bildeten, wurden dort auch neue Kirchen benötigt und gebaut. Vor oder neben der Kirche entstand meist ein Kirchplatz, ein Friedhof und in enger Nachbarschaft auch meist das Rathaus und Gasthöfe. Diese Zentren waren mit vielfältigem Leben gefüllt.

Kirchen sind vielfältig

Die Kirchen sahen auch entsprechend vielfältig aus: romanisch, gotisch, barock, neuromatisch, neogotisch oder modern. Heute sind sie oft Kleinodien und Kulturdenkmäler und stehen wegen ihrer Bedeutung oft unter Denkmalschutz. An manchen Bauwerken wurde jahrhundertelang gebaut, wenn auch manchmal mit langen Pausen, etwa am Kölner Dom.

Solche Bauwerke, die lebende Zeugnisse des Gottvertrauens sind und das Zentrum für lebende Gemeinden darstellen, dürfen nicht geschlossen, umgewidmet oder gar abgerissen werden. Jedenfalls nicht leichtfertig.

Das Zusammenleben erneuern

Es ist unumstritten, dass die Zahl der Kirchennutzer gesunken ist. Wie kann man das aufhalten? Auch Tagungen geben darauf keine Antwort, und unser Bischof kennt auch keine. Aber muss die Folge davon Kirchenschließung sein? Warum nicht Erneuerung und Wiederbelebung christlichen Zusammenlebens, nicht zuletzt auch mit Hilfe von engagierten Geistlichen?

Im Zeichen der Ökumene darf man auch darüber nachdenken, von Schließung bedrohte Kirchen simultan von allen christlichen Gemeinden mitbenutzen zu lassen, evangelische, reformierte, freikirchliche.

Von falschen Entscheidungen lernen

Geschlossene Kirchen und Gemeindezentren wieder zu eröffnen, ist schwierig bis unmöglich. Wer einen Eindruck davon bekommen will, wie seine geschlossene Kirche und sein geschlossenes Gemeindezentrum in ein paar Jahren aussieht, sollte sich den bedauerlichen Zustand solcher Immobilien zur Abschreckung anschauen.

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