Laetare

Laetare? Wenn ich den Tag zum Anlass nehme, in die Heimseite unserer Pfarrei St. Gertrud von Brabant zu blicken, so erschüttert natürlich die Nachricht über die …

perpetuierte Sperrorgie und missfällt, dass in den Kalendarien und Mitteilungen der Pfarrei die Annonce über die mittlerweile beachtenswert und beeindruckend regelmäßige Anbetung des Allerheiligsten mit Eucharistischem Segen donnerstags 18 – 19 Uhr fehlt. Immerhin – in Papierform an der Kirchentür mitgeteilt. Beeindruckend #ideenreich, solche Information im #ideenreichen medialen Informationszeitalter auf Papier und Pattex-Anklebung zu beschränken!

Mir zentral wichtig der Brief des Hw. Herrn Propstes Werner Plantzen. Freuen? Entsetzen? Man sehe mir meine gedankliche Position nach – Freuen in der Tat keinesfalls. Entsetzen? Auch nicht – es würde nach meiner Beurteilung quasi den Amtsnachfolger minderqualifizieren.

Ich respektiere eine freie Entscheidung. Der Mensch auch in der Kirche, auch wenn Amts- und Hutträger (vgl. – zwecks Laetare! – Neues Ruhrwort zum heutigen Sonntag S. 7 ), lebt auch sein Leben und sollte in den sakramententheologischen Grenzen frei sein. Und einen Jupiter-Oberhutträger wird man ja wohl auch bitten dürfen.

Man macht sich so seine Gedanken, ob vorgetragene “Begründungen” “wahr” sind – gewiss gehe ich hier davon aus – und ob sie publiziert vollumfassend ausschöpfen, was innerlich bewegt.

Dann bleibt einem nur, eben das Mitgeteilte zu bedenken. Das “Alter”, Lebensalter. Unausweichlich wird man da selbst angerührt – jeder hat ja ein eigenes. Da heutzutage stets nur “persönliche Betroffenheit” in lyrisch-epischer Breite dargetan zur Teilnahme an “Diskurs” “berechtigt” ( jedenfalls progressiv correct, am besten “Betroffenheit ” oder noch besser Öpferchen-Status) , kann ich – Jg  1951 – nicht verhehlen, dass ich betrübt bin, wenn relative Youngster “Alter” als “Grund” für Rückzüge angeben.

Vorwerfen und verwerfen will ich – und kann tunlich – das auch nicht – habe ich doch mit 64 meine aktive Berufstätigkeit beendet ( meinem Berufsstand typisch entsprechend ging das leider nur gar nicht oder, wenn gewollt, “ganz”, incl. ehrenamtlicher Tätigkeit als Vorsitzender Richter “mit Hut” auf dem Kopf. Apotheker und Ärzte haben das besser geregelt. ). Zugleich wird man aber erinnert an Begebnisse und persönliche Erfahrungen.

Zunächst formal rechtlich und auch zeitpolitisch: Der Linksrotgrüne Siff bejammert eine Anhebung des regulären Renteneintrittsalters. Klar, wir alle waren #ideenarm aus der Tradition “65 Jahre”. Ich musste in die Lebensalter-60er kommen, um einmal im Rahmen einer politischen Debatte näher zu forschen. Und siehe da – wir alle haben im Geschichts- oder Politikunterricht gehört, von den “Bismarckschen Sozialgesetzen”. Gern mit dem Drall, wie in der zeitgeistigen Geschichts-Staatspropaganda vorgebracht, dass es Teil der “Sozialistenbekämpfung” gewesen sei.

Hat man es Ihnen ebenso wenig gesagt im Unterricht wie mir? Die Altersgrenze für eine Altersrente war im Bismarckschen Gesetz Lebensalter 70 (siebzig). § 9, letzter Satz Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung.

Fundstelle: Deutsches Reichsgesetzblatt Band 1889, Nr. 13, Seite 97–144:

“Altersrente erhält, ohne daß es des Nachweises der Erwerbsunfähigkeit bedarf, derjenige Versicherte, welcher das siebenzigste Lebensjahr vollendet hat.”

Quelle/Beleg: Wikisource – Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung

Mir persönlich lebensnäher war die Begleitung zur Erstkommunion der älteren Kinder. Da haben wir einen Hutträger erlebt! Ich kann Ihnen sagen – und von seinen früheren Youngster-Zeiten hörten wir noch viel mehr. Erfreulich war, dass man das nicht politisch zu sehen hatte: die Pfarrei war so was von total rot – mit Ausnahme des letzten Pfarrers waren alle rotgefärbt, mindestens an Knöpfen und Säumen, wenn auch ohne Propstifikalkreuz. Um so ziemlich glatt eine Lebensgeneration verjüngte sich die Huttragung 1990, als ein 60-jähriger man könnte sagen: Total-Youngster den Hut übernahm. Dieser war milde und sanft. Er begleitete unsere Familie sehr liebenswürdig zu den nächsten Erstkommunionen.

Etwas schwächlich Papst Benedikt XVI, der mit weniger als 86 Jahren den Hut ablegte. Aber er hatte seinen ”Laden” eventuell auch nicht so gut im Griff wie der Hutträger in Weitmar Vierzehnheiligen bis Lebensalter 86.

Auch er war übrigens der erste Pfarrer der neuen Pfarrei – wie Hw. Propst Plantzen, seit 2008. Da wir ja vom Alter reden – “laetare” – lachendes Gebrüll erwächst mir, wenn ich die geWÄZelte eiskirchoidale Bejubelung eines Stadtfestes “700 Jahre Bochum” ansehe. Die heutige Stadt Bochum existiert seit – 1. Januar 1975. Es entspricht der Bildungsdekonstruktion eines SPD-SS-Rottenführers Girgensohn, seither auf die Zahl “700” zu kommen. Jugendlicher freilich noch das junge Mädchen Gertrud – 1. Sept. 2008 ins Leben getreten. Wie Bischof Genn schriftlich publizierte und dekretierte – “im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes”.

Beleg mit Weiterverweis: Gesellschaft Harmonie 200 Jahre S. 37 Endnote 1.

Sehr schöner Ausdruck für diese jugendliche Frische ist #ideenreich zu sehen. Das sind keine abgetakelten Uraltfregatten und sie lassen sich auch nicht den Mund verkleben.

Ich auch nicht.

Laetamini! Omnes! Allemal mit allertiefstem ergebenem Dank für die bisherigen Dienste des Hw. Herrn Propstes Plantzen!

Egon Peus


PS: In Verehrung des Allerheiligsten St. Datenschutz – dies darf verbreitet werden, auch in den Pfarrnachrichten!


Zum Jupiter-Oberhutträger: Jupiter oder: Bedarf für eine nervenärztlich-psychotherapeutische Untersuchung und Behandlung?.

Dort ist übrigens vorsorglich zu 1 d) die Problematik bistümlich-essendischer Finanzkorrektheit angeschnitten – im November 2020 ! Längst also vor den jüngsten Offenbarungen vom 12.3.2021.


Betrachtungen zu Lebensalter ekklesial lassen denken an Namen wie Mikus, v. Nell-Breuning, Ludwig Kräling und Schulte Berge. Jedem wünsche ich Gottes Gnade, Leib, Geist und Seele in hinlänglicher Harmonie und Ausgleich zu gewähren. So deute ich Gnade und Segen. Hilfreich sind Hilfsmittel, apparative ( wie Mikus Rollator  oder Schulte Berges Stöckchen, zur Konzelebration mit 99 an den Kathedralaltar sausend und das Stöckchen dort anhängend baumeln lassen – köstlich!) und vor allem auch menschliche, einem 89 Jahre alten Herrn zur Corona-Sperrwahnüberwindung eine Chauffage von Essen nach Frankfurt und zurück nach Essen zu bereiten, damit er dort an seinem Geburtstag in Frankfurt an einer Hochschulfakultät einen Preis überreichen konnte.

Beleg: Erster Hans-Waldenfels-Preis an Tobias Specker SJ verliehen.


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